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Presse

Als freier Mitarbeiter, bzw. Autor der MFI und des Jetpower-Magazins habe ich schon etliche Berichte geschrieben (siehe Veröffentlichungen unten).

Ebenso wurden über mein Tanksystem schon mehrere Artikel verfaßt.

 

So manches Titelbild (BD-5J Pichler mit Kolibri Turbine) stammt von mir :-)  Z.B. hier von der MFI 1/2015

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Nachtrag über mein Druckmokersystem MFI 2/2015

 

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MFI 1/2015

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MFI 12/2015

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Jetpower Magazin 6/2014

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La Ferté - Erfahrungsbericht eines Teilnehmers

Ein Bericht von Markus Richter

La Ferté - welcher Modellflieger hat noch nicht davon gehört?! Jedes Jahr treffen sich auf diesem, für Modellflieger riesigen Fluggelände südlich von Paris Großmodellflieger aus ganz Europa. Hier sieht man die größten, die schwersten, die ausgefallensten, etc. Modelle, die man sich vorstellen kann. 

25_200.jpgIch infizierte mich mit dem La Ferté-Virus 1998, als ich das Video von PR-Medien sah. Da muss ich unbedingt mal hin!!! Zusammen mit einem Freund (Hallo Rossi!) flog ich dann 1999 nach Frankreich, um als Zuschauer bei dem Ereignis dabei zu sein. Obwohl das Wetter nicht ganz mitspielte, war es für uns ein tolles Erlebnis. Hier einmal nicht als Besucher hinter dem Zaun zu stehen, sondern als Pilot dabei zu sein - das wär´s!!! Den letzten Anstoß, dies in die Tat umzusetzen, war eine Mitteilung in einer Modellbauzeitschrift, wo die Adresse für eine Anmeldung bekanntgegeben wurde.

Zwei recht seltene und relativ große Modelle (Maßstab 1:2,5 und 1:2,2) waren auch vorhanden, also warum nicht mal anmelden? Nachdem ich die Anmeldeformulare weggeschickt hatte, kamen mir aber doch Bedenken: Hoffentlich blamiere ich mich nicht! Ein Anruf beim DMFV sollte mich von meinen Zweifeln befreien. Der zuständige Referent verstärkte diese aber noch!!! ´Jetzt erst recht!´ dachte ich mir! Und wenn ich nicht zum Fliegen komme, ist es doch auch nicht so schlimm, zumindest bin ich im Pilotenraum und kann mir die Flugzeuge aus nächster Nähe ansehen!

Gesagt, getan! Am Donnerstag, den 22. Juni setzten wir (Rossi war natürlich dabei!) uns um fünf Uhr morgens ins Auto, um nach 14 Stunden und tausend Kilometer später in La Ferté anzukommen. Meine Freunde vom MFC Egglkofen erwarteten uns bereits! (Nochmals Danke für die vorzügliche Bewirtung!)

Für alle Fotos auf dieser Seite gilt: wenn man draufklickt, kriegt man die größere Ausführung zu sehen!

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Am Freitag finden wie immer die Abnahmeflüge der Kategorie 3 (über 25 kg) statt. Ein Bevollmächtigter, verm. Luftfahrting., nimmt dabei die Modelle ab. Das Ganze geschieht auf eine äußerst lockere Art. Er lässt sich "ein wenig" den Aufbau (Holme, Elektronik, etc.) des Modells erklären, um es dann für zwei Testflüge freizugeben. Sind diese erfolgreich, hat das Modell seine Zulassung. Stressig war diese Abnahme für den DMFV-Referenten Leo Schmidt. Seine riesige, wunderschöne Klemm (angetrieben von einem 3-Zylinder-Reihenmotor) war fast unfliegbar. Da war wohl der Schwerpunkt an der falschen Stelle?!? Bei der "Landung" brach dann auch noch ein Teil des Fahrwerks. Ein zweiter Flug stand aber noch an, ebenso musste auch noch seine exzellente Fokker DR1 vorgeflogen werden, ansonsten wäre es am Wochenende nichts mit Fliegen gewesen! Er hat´s dann aber gerade noch so geschafft, kam jedoch gehörig ins Schwitzen, obwohl es an diesem Tag gar nicht so heiß war!

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Auf die Modelle, die hier vorgeflogen wurden, kann ich leider nicht näher eingehen, da sämtliche Erläuterungen auf Französisch gegeben wurden. Besonders beeindruckend war für mich die riesige SU 26. Einzig die Motorisierung war ein wenig mäßig (steigerte sich allerdings von Flug zu Flug!). Ein riesiger Dreidecker (noch größer als der von Leo) erregte ebenfalls Aufmerksamkeit. Er wurde fantastisch vorgeflogen. Die Ghost Squadron aus England hatte einen gewaltigen Bomber dabei, bemerkenswert die äußerst leichte Bauweise. Einem 2strahligen Airliner wäre der erste Testflug beinahe zum Verhängnis geworden: Nach einem Triebwerksausfall konnte das Modell nur mühsam "außengelandet" werden. Erstaunlich, wie gutmütig und überziehfest diese Teile sind (machte zumindest den Eindruck!)!

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Der Freitag endete mit einem gemütlichen Grillabend auf dem großen "Campingplatz". In Anführungszeichen deshalb, weil es fast keine sanitären Anlagen gibt. Wie der angrenzende Wald nach dem Treffen ausgesehen hat, kann sich wohl jeder vorstellen.

Am Samstag war es dann soweit: Anmelden, aber wo und wie? Zuerst muss man sich seine Teilnehmerunterlagen in einem extra Zelt abholen. Man erhält dort einen Briefumschlag mit seinen "Papieren", ein "Baseball-Cap" und 2 T-Shirts. Eines in blau, für den Piloten, eines in schwarz für den "Mechano"(schwarz wahrscheinlich deshalb, um sich die von der "Modellwartung" schmutzigen Finger abwischen zu können, ohne dass man es gleich sieht!). Diese Hemden dienen als Ausweis, um den Pilotenraum betreten zu dürfen. Danach wird der Sender abgegeben. Dabei wird auch der Kanal mit einen Scanner überprüft! Vorbildlich! Nach der Pilotenbesprechung (viersprachig!) konnte man sich dann schon vor dem "Trichter" (trichterförmig abgesperrter Zugang zum Flugfeld) anstellen. Links unter 25 kg, rechts über 25. Kurz bevor man an der Reihe ist, wird der Sender von einem Helfer gebracht. Während der Vorgänger zur Landung ansetzt, bekommt man ein Zeichen zum Starten des Motors. Dann kann´s auch schon losgehen.

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Die Flugzeit ist auf vier Minuten begrenzt. Es ist schon ein tolles Gefühl, vor so einem großen Publikum zu fliegen! Man ist natürlich extrem motiviert und möchte das Modell optimal vorführen. Das wird dann so manchem zum Verhängnis! Eine Dago Red wurde so schnell geflogen, dass das komplette Heck abriss!!! Auch ich beschädigte mein Modell bei einem harten Abfangmanöver ("Angstreißer"): Der Rumpf der Speed Canard riss im Bereich der Flächenaufnahme ein. Ich konnte das Modell aber nocheinwandfrei landen. Nach der Landung wird der Sender wieder von einem Helfer abgeholt. Danach warten dann schon ein paar Fotografen, um die Flugzeuge abzulichten und eine nette Dame, die einen Pokal für die erfolgreiche Teilnahme überreicht. Jetzt konnte ich zum gemütlichen Teil des Tages übergehen! Die Anspannung vor dem Flug ist doch relativ groß und man kann den Flugtag gar nicht richtig genießen!

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Die Flugshow war wieder in jeder Hinsicht einzigartig! Riesige Kunstflugmaschinen; Warbirdvorführungen, die von Pyrotechnikern unterstützt wurden; Turbinenmodelle (Airliner und Jets, einer davon 4strahlig); Oldtimer; Air Racer mit über 50 kg; Pylonrennen, die derart riskant waren, dass einem der Atem stockte; eine gigantische Superconstellation usw. Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Es gab zahlreiche "spektakuläre Abstürze". (siehe auch hierzu die Diskussion im Forum von rconline: http://www.rconline.net/k-forum/Forum16/HTML/000100.html).

Es wurde bis spät abends ohne Pause geflogen. Den Abschluss des Tages bildete ein Abendessen und eine anschließende "Fliegerfete" mit Live-Musik. Nebenbei bemerkt ist das Essen für Pilot und Mechaniker frei.

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Sonntag morgen hieß es wieder zeitig anstellen, diesmal mit meiner Pushy Galore. Es waren allerdings schon etliche Piloten vor mir, und ich rechnete mit einer langen Wartezeit. Als mich dann noch einer der "Einteiler" darauf ansprach, dass ich gestern ja schon geflogen sei, dachte ich schon, dass es heute nichts mehr mit Fliegen wird. Ich erklärte ihm dann, dass ich heute aber ein anderes Modell vorführen wolle und zeigte auf die Pushy. Daraufhin ging ein Lächeln über sein Gesicht und er sagte: "Oh, the Canard, put it over there" und deutete auf die Startbahn. Nach weiteren 15 Minuten war ich dann schon in der Luft! Trotz Motorproblemen gelang mir, wie ich meine, ein guter Flug! Ein französisches Kamerateam sah das anscheinend auch so und ich durfte ein Interview geben. Ich hatte mein Ziel erreicht: Jedes Modell war einmal in der Luft!

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Ab zwölf Uhr wird ja nur nach Programm geflogen, d. h., eine Jury wählt die interessantesten Vorführungen aus und stellt einen Zeitplan auf. Da ich mir hier überhaupt keine Chancen ausrechnete, habe ich den Plan gar nicht erst angeschaut. Das war ein Fehler, denn ich sollte zusammen mit einem weiteren Deutschen am späten Nachmittag fliegen! Der war es dann auch, der mich fragte, warum ich meine Speed Canard noch nicht aufgebaut habe. Ich hatte sie aber noch nicht einmal repariert! Also schnell noch 1 Stunden-Epoxy gekauft und laminiert. Sie wurde auch rechtzeitig fertig! Fliegen musste ich dann allerdings alleine, da mein Kollege Motorprobleme hatte. Sehr ärgerlich für ihn, da er das ganze Wochenende keinen Flug machen konnte.

Der krönende Abschluss war dann die Siegerehrung: Ich konnte es fast nicht glauben, als ich einen Pokal für das schönste Voll-GFK-Modell überreicht bekam. Da es sich um einen Wanderpokal handelt, muss ich  nächstes Jahr "leider" wieder in La Ferté antreten.

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Ich hoffe, die Fotos gefallen Euch und motivieren den einen oder anderen auch mal in La Ferté, egal ob als Zuschauer oder Pilot, dabei zu sein!

Markus Richter

PS.: Denjenigen, die mehr über die Flugvorführungen und Modelle wissen wollen, empfehle ich das Video von PR-Medien. Mir ging es in diesem Bericht nicht darum, technische Daten von Modellen aufzulisten, sondern aus der Sicht eines Teilnehmers über den Ablauf einer solchen Veranstaltung zu berichten.

PPS.: Hört nicht auf die "Schwarzmaler" und verwirklicht Euere Träume!!!

 

Text und Fotos: Markus Richter

 

 

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